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Pressemitteilungen der Justiz
Anklage wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges durch sog. Schockanrufe erhoben
09.03.2026, Dessau-Roßlau – 006/2026
- Landgericht Dessau-Roßlau
Landgericht Dessau-Roßlau – Pressemitteilung 006/2026
Dessau-Roßlau, den 09.03.2026
Anklage wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges durch sog. Schockanrufe erhoben
Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat Anklage zum Landgericht Dessau-Roßlau gegen zwei Männer und eine Frau im Alter von 22, 27 und 28 Jahren erhoben. Den Angeschuldigten, die vor ihrer Inhaftierung zuletzt ohne festen Wohnsitz waren, werden in unterschiedlicher Tatbeteiligung insgesamt 26 Taten des vollendeten bzw. versuchten gewerbsmäßigen Bandenbetrugs vorgeworfen.
Nach dem Ergebnis der Ermittlungen sollen sie im Zeitraum von März bis Oktober 2025 als Mitglieder einer bundesweit agierenden Bande durch sog. Schockanrufe versucht haben, von überwiegend älteren Personen Bargeld, Schmuck oder Gold zu erlangen. Dabei sollen sie sich in Telefonanrufen als Bankmitarbeiter oder Polizeibeamte ausgegeben und akute Not- oder Gefährdungssituationen vorgetäuscht haben, um die Geschädigten zu einer Übergabe der Wertgegenstände zu veranlassen. So sollen sie etwa vorgegeben haben, dass Falschgeld im Umlauf sei, das überprüft werden müsse. In acht Fällen sollen die Geschädigten Geld und sonstige Wertgegenstände im Gesamtwert von mehr als 80.000,00 € an Mitglieder der Tätergruppe herausgegeben haben. In den übrigen Fällen beendeten entweder die Angerufenen, weil ihnen Zweifel kamen, das Telefonat oder gaben die Angeschuldigten ihr Vorhaben auf, weil sie es ihnen nach den erlangten Informationen nicht lohnenswert oder aber zu riskant erschien. Zwei der Taten sollen in Dessau-Roßlau, eine weitere in Wittenberg verübt worden sein. Die übrigen Tatorte liegen außerhalb von Sachsen-Anhalt.
Gegenstand der Anklage sind darüber hinaus verschiedene Verkehrsdelikte. U.a. soll einer der Männer am 02.10.2025 auf der BAB 6 mit einem gemieteten Pkw eine polizeiliche Kontrollstelle durchbrochen und bei der anschließenden Verfolgung bis auf eine Geschwindigkeit von 220 km/h beschleunigt haben, um sich einer Festnahme zu entziehen. In Nürnberg soll er dabei ein Ampelsignal missachtet und eine Kollision mit einem anderen Pkw verursacht haben, dessen Fahrerin dadurch Verletzungen davontrug.
Die Angeschuldigten, die sämtlich bereits wegen Eigentumsdelikten vorbestraft sind, konnten am 07.10.2025 in Niedersachsen festgenommen werden.
Das Hauptverfahren ist noch nicht eröffnet. 8 KLs 502 Js 19551/25
Frank Straube
Pressesprecher
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